Wie PayPal funktioniert
PayPal ist ein Zahlungsauslösedienst mit eigener Banklizenz in Luxemburg, der zwischen Käufer und Verkäufer steht. Der Kunde hinterlegt Bankkonto oder Kreditkarte, der Händler sieht davon nichts. Beim Bezahlen bestätigt der Kunde die Zahlung im PayPal-Konto, PayPal zieht den Betrag per Lastschrift oder Karte ein und schreibt ihn dem Händler sofort gut. Genau diese Sofortgutschrift ist der Grund, warum Händler PayPal trotz höherer Kosten anbieten: Die Ware kann sofort raus, das Ausfallrisiko trägt PayPal.
Wo PayPal heute akzeptiert wird
Im Onlinehandel ist PayPal Standard, bei Abonnements, Streaming und App-Stores ebenso. Länger gefehlt hat die Zahlungsart in einem Bereich, der in Deutschland erst 2021 legal wurde: dem Online-Glücksspiel. Nach dem Marktaustritt vor einigen Jahren akzeptieren inzwischen wieder einzelne Anbieter mit deutscher Erlaubnis die Zahlungsart. Eine Übersicht darüber, welche Online Casinos, die PayPal akzeptieren, in Deutschland zugelassen sind, hat die Berliner Morgenpost zusammengestellt. Für Verbraucher ist die Rückkehr ein Signal, denn PayPal arbeitet nur mit Anbietern, die regulatorisch sauber sind. Trotzdem gilt hier eine Besonderheit: Der Käuferschutz greift bei Glücksspieleinsätzen nicht, weil keine Ware geliefert wird. Wer dort mit PayPal zahlt, nutzt die Bequemlichkeit, nicht die Absicherung.
Glücksspiel ist erst ab 18 Jahren erlaubt und kann süchtig machen. Kostenlose und anonyme Hilfe bietet die Beratung „Check dein Spiel“.
Käuferschutz: Was er abdeckt und was nicht
Der Käuferschutz gilt für den Kauf von Waren und bestimmten Dienstleistungen bei Händlern, die PayPal als Zahlungsart anbieten. Kommt die Ware nicht an oder weicht sie erheblich von der Beschreibung ab, kann der Käufer innerhalb von 180 Tagen einen Konflikt melden und im zweiten Schritt einen Antrag auf Käuferschutz stellen. PayPal prüft dann die Belege beider Seiten und entscheidet. Nicht abgedeckt sind unter anderem Zahlungen an Freunde und Familie, Fahrzeuge, Immobilien, individuell angefertigte Waren, Gutscheine und, wie erwähnt, Glücksspieleinsätze. Der Schutz ersetzt außerdem nicht das gesetzliche Widerrufsrecht, sondern ergänzt es. Wer beides kennt, wählt im Streitfall den schnelleren Weg, und das ist oft der Konfliktfall bei PayPal.
Was PayPal kostet
- Einkauf im Shop: Für Käufer kostenlos, der Händler zahlt eine Gebühr pro Transaktion, die er in seine Preise einrechnet.
- Geld an Freunde und Familie: In Euro innerhalb Deutschlands vom Bankkonto kostenlos. Bei Zahlung per Kreditkarte oder in Fremdwährung fallen Gebühren an.
- Währungsumrechnung: Beim Einkauf in anderer Währung rechnet PayPal zu einem eigenen Kurs mit Aufschlag um. Oft ist es günstiger, den Händler in seiner Währung zu bezahlen und die Umrechnung der eigenen Kreditkarte zu überlassen.
- Ratenzahlung und Später bezahlen: Kurzfristig zinsfrei, bei längeren Laufzeiten mit Zinsen. Wer mehrere Ratenkäufe parallel laufen hat, verliert schnell den Überblick.
Sicherheit: Phishing bleibt das Hauptrisiko
Die Technik von PayPal gilt als sicher, das Konto wird über Zwei-Faktor-Authentifizierung geschützt, und die Kontodaten des Kunden verlassen die Plattform nicht. Das Hauptrisiko sind gefälschte E-Mails und Webseiten, die zur Eingabe der Zugangsdaten auffordern. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik BSI führt PayPal seit Jahren unter den am häufigsten missbrauchten Marken bei Phishing-Angriffen. Die Regeln sind einfach: Niemals über einen Link aus einer E-Mail einloggen, sondern die Adresse selbst eingeben oder die App nutzen. Zahlungsaufforderungen, die Dringlichkeit erzeugen, sind fast immer gefälscht. Und der Kontostand im PayPal-Konto sollte niedrig bleiben, das verbundene Bankkonto ist das eigentliche Ziel der Angreifer.
PayPal ohne Kreditkarte und mit schwacher Bonität
PayPal verlangt kein Mindesteinkommen und keine Bonitätsprüfung für das Grundkonto, es genügt ein Bankkonto zur Verknüpfung. Erst bei Ratenzahlung und Später bezahlen prüft der Dienst die Kreditwürdigkeit. Wer eine negative Schufa-Auskunft hat, kann PayPal deshalb weiterhin für Einkäufe nutzen, wie unser Beitrag PayPal trotz Schufa im Detail erklärt. Für alle, die ganz ohne Bonitätsprüfung im Netz bezahlen wollen, haben wir die Alternativen im Beitrag zu Zahlungsmethoden ohne Schufa zusammengestellt.
Händlersicht: Warum PayPal nicht überall angeboten wird
Kleine Händler zögern wegen der Transaktionsgebühren, die über denen der Lastschrift liegen, und wegen des Käuferschutzes, der aus ihrer Sicht Kunden im Zweifel bevorzugt. Der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel bevh weist in seinen Erhebungen dennoch regelmäßig darauf hin, dass PayPal zu den meistgenutzten Zahlungsarten im deutschen Onlinehandel gehört und Shops ohne die Zahlungsart messbar mehr Kaufabbrüche verzeichnen. Für Händler ist die Frage deshalb selten, ob sie PayPal anbieten, sondern wie sie die Gebühren in ihre Kalkulation einrechnen. Viele lösen das über einen Mindestbestellwert für die Zahlungsart oder über Preise, die den Aufschlag für alle Kunden verteilen.
Fazit
PayPal ist bequem, weit verbreitet und für Käufer im Regelfall kostenlos. Der Käuferschutz ist der eigentliche Mehrwert, aber er hat klare Grenzen, die man kennen sollte, bevor man sich auf ihn verlässt. Wer die Gebührenfallen bei Fremdwährung und Ratenkauf meidet, Phishing erkennt und das verknüpfte Konto schützt, nutzt PayPal so, wie es gedacht ist: als Zwischenschicht, die dem Händler die eigenen Daten vorenthält und im Streitfall einen Schiedsrichter stellt.
