Wer eine Finanzierung sucht, vergleicht zunächst Angebote online. Manchmal ist eine persönliche Beratung jedoch sinnvoll - etwa bei schwierigerer Ausgangslage. Dann führt der Weg oft zu einem Kreditvermittler. Diese stehen mit mehreren Banken in Verbindung und wissen, worauf es bei der Beurteilung der Bonität ankommt. Für ihre Arbeit erhalten sie ein Honorar. Genau an diesem Punkt trennt sich Seriös von Unseriös.
Online-Anzeigen sind Fluch und Segen
Sucht man im Internet nach dem Stichwort Kreditvermittlung, erscheint eine Flut von Angeboten. Werbung wird in der Finanzbranche groß geschrieben, und nicht jede Anzeige steht für eine seriöse Beratung. Versprechen wie Kredit ohne Schufa, garantierte Zusage oder Geld in wenigen Minuten sollten skeptisch machen.
Bei diesen Forderungen ist Vorsicht geboten
- Vorkosten: Ein seriöser Vermittler verlangt kein Geld, bevor ein Kredit zustande gekommen ist. Vorab fällige Gebühren sind ein deutliches Warnzeichen.
- Erzwungene Zusatzprodukte: Wird der Kredit an eine teure Versicherung oder ein Abo gekoppelt, ist Vorsicht angebracht.
- Hausbesuche per Nachnahme: Unterlagen, die nur gegen Bargeld an der Haustür übergeben werden, sind ein klassisches Muster unseriöser Anbieter.
- Druck und Eile: Seriöse Beratung lässt Zeit zum Prüfen. Wer zur sofortigen Unterschrift drängt, handelt selten im Interesse des Kunden.
Ohne schriftliche Vereinbarung keine Rechnung
Die Vergütung eines Kreditvermittlers muss transparent und schriftlich vereinbart sein. Ohne einen klaren Vertrag, der Leistung und Honorar regelt, ist eine spätere Rechnung in der Regel nicht gerechtfertigt. Die Höhe der Vermittlungsprovision sollte vor Beginn der Tätigkeit feststehen.
Mit diesen Kosten ist zu rechnen
Üblich ist eine erfolgsabhängige Provision, die nur bei tatsächlichem Abschluss anfällt. Pauschale Nebenkosten, die unabhängig vom Ergebnis berechnet werden, sind ein Warnsignal. Wer Angebote vergleicht, sollte die Gesamtkosten aus Zins und Vermittlungshonorar betrachten - nicht nur den nominalen Zinssatz.
Eine Kreditanfrage beeinflusst die Bonität
Jede klassische Kreditanfrage kann als Merkmal bei Auskunfteien gespeichert werden und den Score kurzfristig belasten. Wichtig ist daher die Unterscheidung zwischen einer Kreditanfrage und einer reinen Konditionsanfrage: Letztere ist Schufa-neutral und beeinflusst den Score nicht. Seriöse Vermittler stellen zunächst Konditionsanfragen.
Faustregel: Wer mehrere echte Kreditanfragen kurz hintereinander stellt, kann seinen Score verschlechtern. Eine neutrale Konditionsanfrage liefert ein unverbindliches Angebot, ohne Spuren in der Bonität zu hinterlassen.
So prüfen Sie einen Anbieter
- Impressum und ladungsfähige Anschrift kontrollieren.
- Auf eine schriftliche Vergütungsvereinbarung bestehen.
- Keine Vorkosten zahlen.
- Bewertungen und Beschwerden unabhängig recherchieren.
Häufige Fragen
Darf ein Kreditvermittler Vorkosten verlangen?
Seriöse Vermittler arbeiten erfolgsabhängig. Gebühren, die schon vor einem Abschluss fällig werden, sind ein deutliches Warnzeichen.
Was ist der Unterschied zwischen Kredit- und Konditionsanfrage?
Eine Kreditanfrage kann den Score belasten, eine Konditionsanfrage ist Schufa-neutral und liefert nur ein unverbindliches Angebot.
Woran erkenne ich einen seriösen Vermittler?
An vollständigem Impressum, schriftlicher Honorarvereinbarung, fehlenden Vorkosten und einer transparenten Aufstellung der Gesamtkosten.