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Kontoführungsgebühren 2026: Wo Verbraucher noch ein kostenloses Girokonto bekommen

Das kostenlose Girokonto galt jahrelang als Standard. Seit die Zinsen wieder gestiegen sind, verdienen Banken zwar erneut an den Einlagen ihrer Kunden, an den Kontogebühren hat sich trotzdem wenig geändert. Wer heute ein Konto ohne Grundgebühr will, muss Bedingungen erfüllen oder zu einer Bank wechseln, die anders rechnet. Dieser Beitrag zeigt, welche Modelle 2026 üblich sind, wo die versteckten Kosten sitzen und wie Verbraucher ihr Konto schnell prüfen.

Aufgeschlagener Kontoauszug mit Gebührenposten auf einem Küchentisch, daneben Bankkarte, Taschenrechner und eine Kaffeetasse, Nahaufnahme ohne lesbare Kontodaten

Die drei Gebührenmodelle

  • Grundgebühr ohne Bedingung: Monatlich ein fester Betrag, häufig zwischen vier und zwölf Euro, teils mit inkludierten Buchungen. Vor allem Filialbanken und Sparkassen nutzen dieses Modell.
  • Kostenlos mit Bedingung: Kein Grundpreis, wenn ein monatlicher Geldeingang erreicht wird, oft als Gehaltseingang definiert. Wer die Grenze in einem Monat verfehlt, zahlt die Gebühr für diesen Monat.
  • Kostenlos ohne Bedingung: Vor allem Direktbanken und Neobanken bieten das Basiskonto weiterhin ohne Grundgebühr an, verdienen aber an Zusatzleistungen, Karten und Fremdwährungsentgelten.

Wo die eigentlichen Kosten sitzen

Die Grundgebühr ist selten der größte Posten. Teuer wird es bei Girocard und Kreditkarte, die viele Banken inzwischen separat berechnen, bei beleghaften Überweisungen, bei Bargeld an fremden Automaten und beim Dispo. Auch die Zustimmungsfiktion bei Gebührenänderungen ist ein Thema: Seit einem Urteil des Bundesgerichtshofs aus dem Jahr 2021 dürfen Banken Preiserhöhungen nicht mehr einfach durch Schweigen des Kunden als akzeptiert werten, sondern brauchen eine aktive Zustimmung. Wer damals nicht zugestimmt hat, zahlt teils weiter alte Preise, sollte das aber prüfen. Einen laufend aktualisierten Vergleich kostenloser Konten mit den jeweiligen Bedingungen führt Finanztip, das die Angebote nach festen Kriterien filtert.

Sparkassen und Genossenschaftsbanken: Regional unterschiedlich

Bei Sparkassen und Volksbanken gibt es keinen bundesweiten Preis, jedes Institut entscheidet selbst. Zwischen zwei Sparkassen in benachbarten Landkreisen können die Gebühren für ein vergleichbares Konto um mehrere Euro im Monat auseinanderliegen. Der Deutsche Sparkassen- und Giroverband DSGV verweist darauf, dass Filialnetz, Beratung und Bargeldversorgung in der Fläche in die Preise einfließen. Für Verbraucher heißt das: Der Vergleich lohnt sich auch innerhalb der Sparkassenwelt, und ein Wechsel zur Nachbarsparkasse ist selten nötig, weil viele Institute mehrere Kontomodelle führen, von denen das günstigste nicht immer aktiv angeboten wird.

Konto prüfen in zehn Minuten

Schritt eins: den letzten Jahresentgeltnachweis öffnen, den jede Bank seit 2018 verschicken muss. Dort stehen alle Kontokosten eines Jahres auf einer Seite. Schritt zwei: die drei größten Posten markieren. Schritt drei: prüfen, ob das eigene Verhalten die Kosten treibt, etwa häufiges Bargeld an Fremdautomaten, oder das Preismodell der Bank. Schritt vier: das aktuelle Preisverzeichnis der eigenen Bank mit dem günstigsten Kontomodell desselben Instituts vergleichen. Oft reicht ein Anruf, um in ein anderes Modell zu wechseln. Wer darüber hinaus vergleichen will, findet in unserem Bankenvergleich die Gebührenmodelle der größten Anbieter nebeneinander.

Kontowechsel: Der gesetzliche Wechselservice

Seit 2016 sind Banken gesetzlich verpflichtet, beim Kontowechsel zu helfen. Die neue Bank holt bei der alten die Daten zu Daueraufträgen, Lastschriften und regelmäßigen Zahlungspartnern ab und informiert diese über die neue Kontoverbindung. Der Prozess dauert gesetzlich höchstens zwölf Bankarbeitstage. Praktisch empfiehlt es sich, das alte Konto noch zwei bis drei Monate parallel laufen zu lassen, weil einzelne Zahlungspartner die Änderung verschleppen. Wer ein Konto mit Gehaltsbedingung wählt, sollte den Arbeitgeber als Erstes umstellen.

Fazit

Kostenlose Girokonten gibt es 2026 weiter, aber fast immer mit einer Bedingung oder einem Geschäftsmodell im Hintergrund. Wer die eigene Nutzung kennt, findet fast immer ein passendes Modell, oft bei der eigenen Bank. Der Jahresentgeltnachweis ist das wichtigste Werkzeug dafür, und der gesetzliche Wechselservice nimmt dem Wechsel den Schrecken.